DIY

Der Garten ruft: Nistkasten bauen in nur 5 Schritten

Der Garten ruft: Nistkasten bauen in nur 5 Schritten

Du willst endlich in Deinem Garten aktiv werden und wartest nur drauf, dass es jetzt dauerhaft warm wird? Wie wäre es dann mit einem Nistkasten als DIY-Projekt für die Frühlings-/Sommersaison? Wir zeigen Dir, wie du in nur fünf Schritten ganz einfach selbst einen Nistkasten bauen kannst.

Mittlerweile stehen immer weniger (morsche) Bäume in Deutschlands Gärten und auch neue Isolierungen am Haus machen es unseren heimischen Vogelarten schwer, ein geeignetes Plätzchen zum Nisten zu finden. Mit einem künstlichen Quartier kannst Du den Vögeln helfen: Nistkästen bieten einen geschützten Ort zum Brüten und einen warmen Unterschlupf im Winter. Außerdem sind die gefiederten Freunde tolle Untermieter, die sich um Schädlinge und Insekten in Deinem Garten kümmern. Probier‘ es doch mal aus!

Du brauchst: Stichsäge, Bohrmaschine, Akkuschrauber, Lineal/Anschlagwinkel, Holzraspel, Zirkel, Bleistift, Naturholz 20 mm stark und ungehobelt/einseitig gehobelt (Eiche, Robinie, Lärche, Kiefer, Fichte), 18 rostfreie Senkkopfschrauben (3,5 x 40 mm, Teilgewinde), 2 Schraubhaken (3,0 x 40 mm), 2 Schraubösen (2,3 x 12 x 5 mm)

Bauteile und Maße zum Nistkasten bauen

  • 2 Bretter (15 x 28 cm) für die Seitenwände
  • 1 Brett (17 x 28, 5 cm) für die Rückwand
  • 1 Brett (13 x 25 cm) für die Vorderseite
  • 1 Brett (20 x 23 cm) als Dach
  • 1 Brett (13 x 13 cm) als Boden

Nistkasten bauen: So geht’s 💪

Schritt 1: Maße anzeichnen

Als erstes zeichnest Du die oben stehenden Maße der verschiedenen Bauteile auf das Naturholz auf. Am besten eignet sich dafür 20 Millimeter dickes Holz aus Eiche, Robinie, Lärche, Kiefer oder Fichte. Das sind alles Holzarten, die Wind und Wetter für längere Zeit standhalten können. Sperrholz oder Spanplatten hingegen sind leider nicht witterungsbeständig genug und daher keine gute Wahl zum Nistkasten bauen. Damit die Vögel sich später auch gut festhalten können, solltest Du mit ungehobeltem oder einseitig gehobeltem (für die Außenseite) Holz arbeiten. Falls Du Dich doch für beidseitig gehobeltes Holz entscheidest, denk einfach daran, es am Schluss mit einer Holzraspel anzurauen.

Beim Anzeichnen der Maße machst Du Dir mit einem Anschlagwinkel das Leben leichter, da Du mit diesem Tool exakt rechtwinklige Markierungen einzeichnen kannst. Ein normales Lineal erfüllt aber auch seinen Zweck. Um später nichts abschleifen und ausbessern zu müssen, gehe die ganze Sache möglichst sorgfältig an.

Schritt 2: Bretter aussägen

Sobald Du alle Maße eingezeichnet hast, steht der Zuschnitt an. Dafür nimmst Du Dir eine Stichsäge oder eine kleine Handkreissäge zur Hilfe. Wenn Du das Brett zusätzlich in eine Werkbank einspannst, verrutscht nichts beim Werkeln und die Arbeit macht gleich viel mehr Spaß. Beginne zuerst damit, die Bretter gerade auszusägen. Danach kannst Du Dich den abzuschrägenden Teilen widmen: Schneide die Seitenwände am oberen Ende so zu, dass sie vorne vier Zentimeter kürzer sind als hinten. Auch die Oberkante der Rückwand sollte am oberen Ende zur Innenseite hin so abgesägt werden, dass sie um fünf Millimeter abgeschrägt ist.

Werde QWerkzeug-Tester

Mit uns kannst du Werkzeug gratis testen – 14 Tage lang und ohne Risiko!

Werde
QWerkzeug-Tester

Mit uns kannst du Werkzeug gratis testen – 14 Tage lang und ohne Risiko!

 

Schritt 3: Löcher bohren

Dieser Schritt ist besonders wichtig beim Nistkasten bauen, damit sich im Inneren keine Feuchtigkeit ansammeln kann. Zu diesem Zweck braucht die Bodenplatte Löcher zum Belüften und Entfeuchten. Dazu bohrst Du mit einer Bohrmaschine je zwei fünf bis sechs Millimeter große Löcher in das Brett.

Das Einflugloch ist eine der wichtigsten Komponenten beim Brutkasten. Die Größe entscheidet, für welchen Vogel das Häuschen der perfekte Brutplatz ist. Ein Nistkasten mit den angegebenen Maßen eignet sich für diese Vögel:

  • Blaumeise, Haubenmeise, Sumpf- und Tannenmeise: 26 – 28 mm Durchmesser
  • Kohlmeise, Trauerschnäpper, Haussperling: 32 – 34 mm Durchmesser
  • Kleiber: 32 – 47 mm Durchmesser
  • Feldsperling: 32 – 34 mm Durchmesser
  • Gartenrotschwanz: ovales Einflugloch, 48 mm hoch, 32 mm breit

Natürlich kannst Du auch mehr als einen Nistkasten bauen und diese in Deinem Garten verteilen. Wenn Du Dich für ein „Modell“ entschieden hast, zeichne das Loch an. Die Positionierung des Einfluglochs ist besonders wichtig, damit beispielsweise Katzen oder Mader keine Chance haben, sich an dem Nachwuchs zu vergreifen. Die Unterkante des Lochs sollte mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden liegen. Da Du auch die Dicke der Bodenplatte mit einkalkulieren musst, empfehlen wir Dir, die Stelle für das Loch mit einem Zirkel bei 20 Zentimetern anzuzeichnen.

Markierung gemacht? Dann geht’s ans Eingemachte! Falls Du einen großen Bohrer mit hohem Durchmesser zu Hause hast, ist das Ganze ziemlich einfach: Bohre an der markierten Stelle das Loch und erweitere die Öffnung danach um die restlichen Millimeter mit einer Holzraspel. Wenn Du nur einen kleinen Bohrer zur Hand hast, mache damit einfach viele kleine Löcher in das vorgezeichnete Loch. Im nächsten Schritt kannst Du das Holzstück mit einem Hammer herausschlagen und die Flächen und Kanten sorgfältig abschleifen. Das Einflugloch darf keine scharfen oder rauen Stellen haben, da sich die Vögel sonst verletzen könnten oder das Gefieder in Mitleidenschaft gezogen wird.

Schritt 4: Nistkasten zusammenbauen

Jetzt nimmt Dein Nistkasten endlich Form an! Schnappe Dir den Akkuschrauber und befestige zunächst die Seitenwände und die Rückwand an der Bodenplatte. Nimm dazu jeweils zwei Senkkopfschrauben pro Kante. Die Vorderseite schraubst Du so an den oberen Enden der Seitenwände fest, dass man sie später nach vorne aufklappen kann. Dafür nimmst Du Dir pro Seite eine Schraube und befestigst sie von außen ungefähr in Höhe des Einfluglochs. Danach kannst Du das Dach an der Rückwand und den Seitenwänden befestigen. Schaue zum Schluss, ob sich die Vorderwand auch wirklich hochklappen lässt und das Dach nicht im Weg ist.

Der Klappmechanismus ist besonders nützlich, wenn man den Nistkasten reinigen will. Gehe aber lieber auf Nummer sicher, damit sich die Klappe nicht versehentlich öffnen kann. Dazu bohrst Du mit einem kleinen Bohrer an den unteren Enden der Seitenwände Löcher vor und drehst an jeder Seite einen drehbaren rechtwinkligen Schraubhaken ein. So ist die Frontklappe gesichert, kann aber zur Reinigung nach der Brutzeit einfach wieder geöffnet werden. Um das Häuschen vor Wettereinflüssen zu schützen, kannst Du es mit ein wenig Leinöl bestreichen. Bitte Finger weg von chemischen Mitteln, die haben an dem Nistkasten aus gesundheitlichen Gründen der Vögel nichts zu suchen.

Schritt 5: Die Aufhängungsvorrichtung

Um den Nistkasten an einem Baum bei Dir im Garten aufzuhängen, sind zwei Schraubösen und ein kunststoffummantelter Draht die perfekte Lösung. Schraube die zwei Schraubösen einfach links und rechts an die oberen Enden der Seitenwände und fädel den Draht durch eine Öse. Das andere Ende machst Du erst an der Öse fest, wenn der Nistkasten am Baum hängt. Du kannst zusätzlich auch ein Stück von einem alten Gartenschlauch über den Draht stülpen. So schützt Du die Rinde zusätzlich vor Rissen und größeren Schäden.

Werde QWerkzeug-Tester

Mit uns kannst du Werkzeug gratis testen – 14 Tage lang und ohne Risiko!

Werde
QWerkzeug-Tester

Mit uns kannst du Werkzeug gratis testen – 14 Tage lang und ohne Risiko!

 

Nistkasten anbringen

Mit dem Nistkasten bauen bist Du nun fertig und es geht an die Standortsuche. Die verschiedenen Vogelarten leben in unterschiedlichen Bereichen des Gartens. Das solltest Du auch beim Aufhängen Deines Nistkastens im Hinterkopf behalten. Meisen, Feldsperling, Spatz, Kleiber und Trauerschnäpper fühlen sich in Bäumen sehr wohl, während zum Beispiel Bachstelze, Gartenrotschwanz und Zaunkönig die Hauswand bevorzugen. Grundsätzlich gilt aber: Befestige den DIY-Nistkasten in zwei bis vier Metern Höhe, um ihn vor Katzen und Mardern zu schützen. Außerdem sollte der Brutkasten möglichst wettergeschützt und schattig hängen. Deswegen ist eine Ausrichtung des Einfluglochs nach Osten oder Südosten ideal. Achte darauf, dass der Nistkasten niemals nach hinten überhängt. Ansonsten kann Regen in das Häuschen eindringen. Weitere Informationen für eine artgerechte Anbringung kannst Du auf der Webseite des deutschen Naturschutzbund e.V. nachlesen.

Nistkasten reinigen

Den Nistkasten bauen ist das eine – ihn auch zu pflegen das andere. Einmal im Jahr solltest Du den Nistkasten reinigen. Die beste Gelegenheit dafür ist die Zeit nach der Brutzeit, also im September und Oktober. Schnappe Dir ein paar Handschuhe, bevor Du loslegst. Nehme den Nistkasten bitte nicht mit in Deine Wohnung und mache ihn immer draußen sauber, denn Vogelflöhe und Co. können auf den Menschen überspringen. In der Regel reicht es für die Reinigung völlig aus, einfach das alte Nest zu entfernen. Bei starker Verschmutzung kannst Du die Innenflächen zusätzlich ausbürsten. Bitte nehme dabei keine chemischen Reinigungsmittel oder Insektensprays zur Hilfe, denn so was kann den Jungvögeln schaden.

Hast Du schonmal einen Nistkasten gebaut? Oder versuchst du es jetzt zum ersten Mal? Schreib uns Deine Erfahrung gern in die Kommentare!

Schreibe einen Kommentar

Schicke diese Seite einem Freund oder Bekannten